predigtDie Bibelverse, die sich die Konfis als „ihren Spruch“ ausgesucht haben, möchten wir alle jetzt als Botschaft für uns hören. Die inhaltlichen Akzente möchte ich gerne ansprechen.

Den Konfis muss ich zu den Bibelworten nichts weiter sagen – denn bei ihnen gibt es keine offenen Fragen. Wunderbar: alles verstanden: was die Worte sagen und bedeuten und in welchem Kontext sie gesagt sind und was sie für uns heute anstoßen oder festhalten, erinnern oder ins Gespräch bringen.

Ich will ja nicht annehmen, dass ihr euch keine Gedanken gemacht habt und deswegen keine Fragen habt. Mark Twain übrigens hat mal gesagt: Kopfzerbrechen machen mir nicht die Bibelworte, die ich nicht verstehe, son­dern die, die ich verstehe! Es könnte nämlich sein, dass ich etwas nicht tue oder mir aus dem Blick geraten ist, was das Bibelwort sagt. Aber das sollte ich, sollten wir nie tun: Worte in den Wind schlagen, noch dazu Bibelworte, die uns als Weisung von Gott her gesagt und überliefert sind.

Also: was ihr so gut versteht – tut es auch. Beherzigt es!

Ich hatte nachgefragt, wie es denn zu dieser Auswahl ge­kommen ist. Eine wesentliche Quelle ist das Internet. Offensichtlich kann man da gute Worte finden. Es scheint „im Netz“ wie überall: der richtige Umgang machts. Zu diesem richtigen, guten Umgang wollen die Konfisprüche anleiten und helfen.

Es gibt auch Sprüche, die stehen in Beziehung zur Familie und dafür gibt es eine Tradition. Der Opa, die Tante, oder der eigene Taufspruch. Letzteres hat den Vorteil, sich nicht 2 verschiedene Lebensworte merken zu sollen. Aber da­mals, zur Taufe, haben die Eltern gewählt – und jetzt sage ich zur Konfirmation mein „Ja“ zu diesem Bibelwort als mein Lebenswort.

Ich habe auch mal nachgefragt, was denn inhaltlich an die­sem Bibelwort wesentlich ist – was also gut gefällt:

Da geht es z.B. um die inneren Werte statt nur Äußerliches zu sehen oder sich blenden zu lassen. Bleibt die Frage: Wonach und worauf schaue ich?

Oder ich weiß: da geht es um meine Einstellung. Wovon lasse ich mich leiten, gar verleiten? Mit dieser Aufmunte­rung zum Guten kann ich wohl gut durchs Leben gehen.

Vielleicht habe ich große Träume oder empfinde im Ver­gleich mit anderen Defizite. Die Erinnerung an Treue im Kleinen hat das Potenzial für Größeres. Nicht später viel­leicht einmal, sondern jetzt dem Leben gerecht werden.

Offen liegt das Leben vor mir. Ich werde mich immer wieder auch entscheiden müssen. Ob da Gott eine Rolle spielt? Ob ich mir selber und der Lebenssituation gerecht werde oder vielleicht eigensüchtig denke und handle? Gott nicht zu vergessen, ist tatsächlich ein hilfreiches Kriterium bei Entscheidungen.

So nebenbei: ich halte nichts davon, wenn jemand sagt: Gott hat mir gezeigt. Ich halte nämlich nichts davon, Gott verantwortlich zu machen für meine Entscheidungen. Ich finde es sinnvoller, meine Entscheidung ins Licht Gottes zu stellen und meine Motivezu hinterfragen.

Und dann werden es Entscheidungen sein, die ich „im Glauben“ wage; Schritte, die ich im Vertrauen zu Gott gehe – im Vertrauen auch auf die Güte von Mitmenschen und das Vermögen in mir selbst. In Angst werde ich schwerlich meinen Lebensweg fröhlich gehen und glück­lich sein können – Gottvertrauen hat sich freilich bewährt, wie in dem Telefonat gestern, als jemand sagte: das Gebet hat mir die Kraft gegeben in dieser Zeit.

Und es gibt ja dieses wunderbare Beispiel Jesu. Sich des­wegen kontinuierlich und im Austausch mit anderen mit der Jesusgeschichte auseinander zu setzen und sich anre­gen zu lassen und die Liebe Gottes zu mir zuzulassen, das kann mich zu einem liebenden Menschen machen; nichts, was ich gezwungenermaßen tun soll, sondern was mir aus dem Herzen kommt.

Aber ja, ich brauche auch Hilfe, Zuwendung, Ermutigung. Es widerfahren Dinge, die sind so bitter und schwer. Oder ich stoße an Grenzen und mein Weg scheint verbaut. Aber es gibt da eine Adresse, einen Notruf, der funktioniert im­mer und überall: ich darf beten und so Gott mit hinein nehmen in mein Erleben und meine Situation.

Denn Gott ist da. Gott ist doch Gott, und ist immer und überall für mich da. Das heißt ja nicht, dass für mich der breite Weg bestimmt ist, sondern dass auf dem schmalen Pfad Gott mit dabei ist. Mein Lebensweg ist nicht, nach qualvoller Zeit hoffentlich bei Gott anzukommen, sondern mein Lebensweg ist es, den Weg im Vertrauen mit Gott zu gehen – und deswegen ja auch in der Gemeinschaft der Kirche. So kann, ja so wird mein Leben gesegnet sein.

Und so bin ich frei und kann selbstlos sein und gerade

dar­in ein erfülltes Leben finden.

Ja, das ist es und darin möchten wir euch heute bestärken: verbunden mit Gott und darum eingebunden in Kirche und Gemeinde wird Freiheit zur Erfahrung, muss ich Würde nicht erst erkämpfen, bin ich geliebt und kann lieben. Amen.

Konfirmation (Taufe) 2019      -        Spüche

Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein. (1.Mose 12,2)

Ein Mensch sieht, was vor Augen ist, der HERR aber sieht das Herz an. (1.Samuel 16,7)

Befiel dem HERRN deine Wege und hoffe auf IHN, ER wird’s wohl machen. (Psalm 37,5)

Du aber, HERR, wollest deine Barmherzigkeit nicht von mir wenden; lass deine Güte und Treue allewege mich behüten. (Psalm 40,12)

Weise mir, HERR, deinen Weg, dass ich wandle in deiner Wahrheit; erhalte mein Herz bei dem einen, dass ich deinen Namen fürchte. (Psalm 86,11)

Unter Gottes Flügeln findest du Zuflucht. (Psalm 91,4)

Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan. (Matthäus 7,7)      

Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt. (Markus 9,23)

Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu. (Lukas 16,10)

Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. (Römer 12,21)

Seid freundlich und hilfsbereit zueinander und vergebt euch gegenseitig, was ihr einander angetan habt, so wie Gott euch durch Christus vergeben hat, was ihr angetan habt. (Epheser 4,32)