predigt

Joh. 5, 24-29

Liebe Gemeinde, Trauergemeinde, die der Verstorbenen gedenkt und des Verlustes sich bewusst ist?
Oder Festgemeinde, weil unsere Lieben doch „heimge-gangen“ sind ins himmlische Vaterhaus und Gott schauen?

Oder doch eher Hoffnungsgemeinde, dass Christus beim großen Richten sagt: kommt zu mir, dir habe ich mich in der Taufe doch verbunden.

Oder sind wir eine Angstgemeinde – erschrocken vor dem Gericht, besorgt um unsere Verstorbenen, und selbst verschreckt beim Gedanken an Tod und Gottes Gericht?

Lasst uns auf Bibelverse aus dem Johannesevangelium hören als einer tröstlichen Botschaft. Johannes schreibt:

Jesus sagt: wir sollen das Wort von Gott hören.

Die Bekenntnissynode von Barmen 1934 hat pregnant gesagt: „Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben.“

Was damals in der Abwehr anderer Ansprüche gesagt worden ist, hält positiv fest, worauf ich vertrauen kann und woran ich mich halten kann. Jesus, der Christus.

Das Wort von Gott ist das Evangelium, dass Gott nicht fern ist, sondern nahe ist und uns liebt; dass Gott uns in dieser Liebe das Leben schenkt. Wir sollen und müssen nicht mit unseren Leistungen aufwarten, sondern möchten uns der Liebe Gottes anvertrauen. Das ist gemeint, wenn Jesus zu glauben einlädt.

Dem Wort von Gott glauben meint: es annehmen, es tun, und darin Gott recht geben. Und ja, Gott ist es, der das letzte Wort hat über unser Leben – aber es ist der barmher-zige Gott. Und bei dieser Barmherzigkeit möchte ich Gott beim Wort nehmen und darum Zuversicht haben für mich wie für jeden Mitmenschen, besonders meine Geliebten.

Klar, wenn wir das für wahr halten, was uns von Jesus als dem Christus gesagt wird, dann wenden wir uns doch der Wahrheit zu; dann wollen wir doch nicht länger uns und andere täuschen oder irgendwelchen Unwahrheiten auf den Leim gehen. Solches „für wahr halten“ hat eben Folgen: Dem geben wir uns hin, dem vertrauen wir uns an, diese Worte befolgen wir - werden Täter dieses Wortes.

Jesus sagt: Hab Vertrauen, dass Gott ewiges Leben schen-ken wird. Und darum setzen wir unser Vertrauen darauf – glauben der Zusage, leben mit Hoffnung, ja freuen uns auf den Himmel.

Woher aber kommen nun die Zweifel? Meine Zweifel?

Vielleicht ja, weil ich es doch allein schaffen will, ohne Gott? Ja, da sind Zweifel angebracht – aber an mir. Der Zweifel, dass ich dem Urteil Gottes standhalten kann. Glauben erfordert von mir Mut, die Selbstgerechtigkeit aufzugeben und die Gerechtigkeit durch Christus anzuneh-men.

Oder Zweifel, weil in meinem Leben nicht alles gelungen ist, ja ich auch schuldig geworden bin. Ob ich da wenig-stens im Vertrauen zu Gott meine Schuld eingestehe und bekenne und Frieden machen mit denen, die davon betrof-fen sind und so Vertrauen wage, dass Gott ewiges Leben schenkt - nicht, weil ich so gut bin, sondern weil Jesus Christus für mich einsteht. Vergebung erschließt uns den Himmel.

Oder der Zweifel, dass das doch nicht geht: tot ist tot. Wir gehen doch an die Gräber! Naja, unsere Möglichkeit ist es nicht, das ewige Leben. „Von Erde bist du genommen – zu Erde wirst du wieder werden“ - so sagen wir doch bei der Bestattung. Aber: Gott kann ewiges Leben schenken. Gott  kann uns aus dem Tod ins ewige Leben rufen. Darum eben „glauben“. Und die Gemeinschaft der Glaubenden wirkt bestärkend ...

Der Evangelist Johannes bezeugt mit den Worten Jesu, dass wir ewiges Leben empfangen durch Jesus, den Christus.

Manchmal meinen Menschen, mit dem glauben fangen wir an Pluspunkte für den Himmel zu sammeln – also es doch verdienen zu wollen? Da fallen wir aber zurück in die Selbstgerechtigkeit. Jesus redet so in der Gegenwart, im Jetzt, dass wir uns nicht mehr sorgen müssen, was werden wird. Unsere Sorge mag sein, das wir jetzt uns von Jesus rufen lassen und wie er, Gott und unsere Nächsten lieben wie uns selbst. Und wie im Reich Gottes die Liebe prägend ist, soll die Liebe auch unter uns jetzt zählen und so das Reich Gottes schon zur Erfahrung werden.

Glaubend, dass Gott in Christus Jesus uns wie einem jeden Menschen ewiges Leben schenkt wird, erinnern wir unsere lieben Verstorbenen. Sie und uns kennt Gott mit Namen.

In unsere Trauer da