predigtMarkus.14,66-72

Kämpfe den guten Kampf des Glaubens! Halte fest, was du hast! Bewahre! - so die Aufforderung und Ermutigung an Timotheus – wie in der 1. Lesung (1.Tim.6,11-16). Daneben der heulende Petrus. Laut hat er getönt mit seinem Christusbekenntnis – sich selbst verfluchend hat er geleugnet, auch nur im entferntesten mit diesem gerade Gefangengenom-menen zu tun zu haben – so in der 2. Lesung (Markus.14,66-72).

Der eine soll die Gemeinde leiten und fühlt sich überfordert von den Herausforderungen. Der andere will dem Reich Gottes zum Durchbruch helfen und versagt, als er allein dasteht und sich ausgeliefert fühlt.

Bin ich der eine oder der andere – oder keiner von beiden und meine Zurückhaltung ist das Problem?

Mir scheint, liebe Gemeinde, die Wahrheit unseres Glaubens muss den Widerspruch aushalten – aber so, dass sie noch immer als Begegnung mit dem liebenden Gott erfahren wird.

Wer die Wahrheit meines Glaubens nicht teilt, soll nicht von meiner Überheblichkeit gestraft werden, noch durch meine Ängstlichkeit von der Wahrheit nichts erfahren. Kritik soll doch nicht an mir abprallen, sondern sich als zutreffend und hilfreich erweisen oder als vielleicht unwahrhaftig. Der Kampf des Glaubens im Sinne Jesu – kann er anders sein als kompro-misslos in der Liebe? Und wenn der Mensch geopfert wird – festgesetzt, runter gemacht, verleumdet, gekreuzigt – da liegt das Scheitern nahe. Aber bedürfte nicht gerade dieser Mensch der Liebe?

Wir, ich – stehen wir nicht zagend da wie Timotheus? Über-fordert, unschlüssig, ratlos? Glaubensstärke verweht vom rauhen Wind der Zahlen, Theorien, ja der Lebenswirklichkeit.

Und als Aufforderung zum Durchhalten will ich des Apostels Worte an seinen Schüler nicht hören – auch wegen der Be-fürchtung, darunter hart zu werden – kompromisslos gegen mich und andere, und lieblos. Nur die Kompromisslosigkeit der Liebe macht uns nicht zu Monstern, sondern menschlich.

Und wir, ich – stehen beschämt da wie Petrus – zurück geblie-ben hinter dem eigenen Bekenntnis; die Wahrheit verraten, den Menschen allein gelassen. Das fühlt sich nur noch elend an. Petrus kann Jesus nicht mehr in die Augen schauen.

Sein Weinen darüber ist menschlich. Das verstehe ich.

Am Bußtag – nicht nur da, aber gerade da – wird es uns nahe gelegt, dieses Weinen über uns selbst als die Hinwendung zum Menschlichen heraus aus der unmenschlichen Härte gegen andere und gegen uns selbst. Amen.

Gebet/Fürbitte:

Lasst uns miteinander wieder und wieder Gott bitten:

Hilf uns lieben, wie Christus uns liebt.

 

Vor dir, HERR, liegt unser Leben offen da – unser Tun, unsere Worte, unsere Gedanken, die Regungen unseres Herzens. Damit wir mit dem, was wir wollen, denken, reden, tun nicht beschämt dastehen, bitten wir:

Hilf uns lieben, wie Christus uns liebt.

 

Wir täuschen uns gelegentlich noch selbst – aber vor dir, HERR, liegen die Folgen unseres Verhaltens offen da: die Getäuschten, Verletzten, Verlassenen, Verführten, sogar Toten.

Dass uns ein Neuanfang gelingen mögen, darum bitten wir:

Hilf uns lieben, wie Christus uns liebt.

Unsere Strukturen sollen dem Leben ein helfendes Gerüst geben. Wie oft aber bedeuten sie Zwang, Unterdrückung, Machterhalt, Vorteilssuche. Dass wir Strukturen schaffen die befreien, beflügeln, befördern, darum bitten wir:

Hilf uns lieben, wie Christus uns liebt.

 

Wir haben Angst. Wir machen uns Sorgen. Wir suchen Schuldige statt guter Lösungen. Wir meiden Verantwortung.

Frieden stiften, Gerechtigkeit schaffen, die Erde bebauen und bewahren, das sollten wir.

Darum bitten wir: Hilf uns lieben, wie Christus uns liebt.

In seinem Namen beten wir, wie er seine Jünger gelehrt hat:

Vater unser im Himmel ...

Zur Tauferinnerung:

Durch die letzten 9 Tage hat uns in der Friedensdekade ein Thema begleitet, nämlich - ???  Friedensklima

Klima kann meinen, wie oft und wie sehr die Sonne scheint. Es kann auch meinen, wie gut wir miteinander reden können.

Oder auch, ob ich mich in der Gemeinde wohl fühle.

Habt ihr eine Ahnung, was „Klimakiller“ sind?

            …..

Meine Taufe sagt mir, dass ich zu Jesus Christus und damit zur Kirche gehöre.

Manchmal nervt „Kirche“ und ich möchte nicht dazugehören;

manchmal benehm ich mich falsch und mach mich unmöglich.

So oder so: ich darf und will mich auf die Taufe besinnen:

Gott hat Frieden mit mir gemacht – obwohl ich doch auch unmöglich bin. Aber Gott reicht mir die Hand und sagt: Komm, fang wieder neu an. Mach Frieden mit denen, die dich verletzt haben und die du verletzt hast und halte daran fest: du bist geliebt. Deswegen wieder das Wasser und das Kreuz