predigt1. Tim. 2, 1-6a

Liebe Gemeinde, diese eindringlichen Worte sind uns überliefert als Anweisung des Apostel Paulus an seinen Schüler und Mitstreiter Timotheus für das Leben in der Gemeinde. Timotheus soll als Gemeindeleiter dafür sor­gen, dass in der Gemeinde gebetet wird und dass solches Beten alle Menschen einschließt, auch die Regierenden.

Im Blick auf die Machthaber geht es um ein Leben in Frieden, Glaubensfreiheit und Würde – und das für alle Menschen. Und grundsätzlich werden alle Menschen einbezogen, dass sie „zur Wahrheit“ finden.

predigt„Nur kurz – nicht mehr lange“ …  Joh. 16, 16-23a

Nur kurz wackelte die Erde in Katmandu in Nepal und nicht nur der historische Platz liegt in Trümmern. Und wie lange wird es dauern, wieder aufzubauen, wenn überhaupt …; und erst die Not der Verschütteten und ihrer Nächsten ...
Dass wir einmal sterben müssen, das wissen wir. Aber wenn eine Diagnose schließt oder auch beginnt mit: nicht mehr lange – denn nach medizinischer Einsicht tickt schon eine Zeitbombe – vielleicht ein schnell wachsender Tumor; kann da noch operiert werden und wird die Behandlung erfolgreich sein? Ein solches „nicht mehr lange“ ist bedrückend und beängstigend. Nicht mehr lange – so freuen sich manche auf den Ruhestand, weil der Arbeitsalltag zuneh­mend stressig wurde. Es geht eben nicht mehr, so schwer zu heben oder sich neue Technik so schnell anzueignen. Aber bald kann ich aussteigen ...

predigtLiebe Gemeinde, wie klar ist ihnen das eigene Tun und Lassen – der eigene Weg im Leben? 

Ist es der Weg, den Gott will? Ist es der Weg, der ihren Gaben und Möglichkeiten ebenso entspricht wie der Le-benssituation insgesamt. Ist es ihre Bestimmung, was sie tun? Oder sind sie unglücklich, tümpeln vor sich hin, oder verzehren sich, oder sind frustriert auf dem Rückzug oder fühlen sich gejagt von Erwartungen und Anforderungen, oder verbittern gar unter einem Anspruch, den zu erfüllen einfach nicht gelingt?

Ist es der Weg den Gott will? - so können und müssen wir uns doch auch als Gemeinde fragen.

predigtLk. 8, 4-8 vom Sämann

Da sind eine Menge Leute beieinander und Jesus redet zu ihnen. Aber was kommt an und wie kommt es an? Sie al­len hören sein Rufen, seine Einladung, seine Kritik – ja begegnen ihm, erleben ihn, hören von ihm. Aber was wird daraus? Vertrauen sie ihm? Misstrauen sie ihm? Fühlen sie sich angefragt oder irritiert oder provoziert?
Viele, viele kommen. Sie laufen herzu aus den Städten und Dörfern. Warum kommen sie?

Sind sie neugierig? Sind sie argwöhnisch? Suchen sie ei-nen Vorwand oder einen Fehltritt oder eben einen Beweis? Suchen sie Unterhaltung, oder Hilfe, oder Anschluss oder jemand, der ihr Empfinden unüberhörbar ausspricht?

predigtJohannes 1

Nachdem der Teufel hat Weihnachten nicht verhindern können – der Gottessohn wurde geboren; auch fremde Bil­dungseliten beten an; und die Armen der Welt atmen auf; und statt Hasspredigten und Angstreaktionen gibt es Ver­söhnung und ist Frieden real - nachdem also der Teufel hat Weihnachten nicht verhindern können, prophezeit er: sol­len die Menschen ruhig Weihnachten feiern – sie werden es doch nicht verstehen. Und weil sie es nicht verstehen, werden sie nicht glauben und nicht lieben und nicht Frie­den machen und sich nicht versöhnen. Sie werden Ge­schenke austauschen, die beeindrucken sollen  und mit de­nen man sich darstellt; sie werden ihren sentimentalen Be­dürfnissen nachgeben und dann zur Tagesordnung überge­hen; sie werden ein Fest feiern und über den Stress stöh­nen und froh sein, wenn es vorbei ist. 

Fruehaufsteherwie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob 

Dass eine hochschwangere Frau keine Aufnahme findet, sondern weitergeschickt wird, das ist in der Weihnachtsgeschichte wie im Lebensalltag heute ein Skandal. Millionen Menschen sind als Flüchtlinge ohne Zuhause, ein Opfer der Mächtigen und ihrer Ziele, Ansprüche, „Befehle“. 

predigt1. Thess. 5, 1-6

Liebe Gemeinde,

dieses Bibelwort trifft uns an diesem Herbstsonntag gegen Ende des Kirchenjahres. Die Blätter fallen – die Ernte ist eingebracht (ist sie das ?) - und wir sehen uns konfrontiert bzw. bedenken das Ende – oder doch die Vollendung.

FruehaufsteherWie kommen wir klar mit dem, was uns das Leben schwer macht? Wie leicht macht das auch „Glauben“ schwer oder führt aus lauter Enttäuschung zur Abkehr. Und dass Not beten lehrt, ist zwar möglich, doch Not führt auch zu Aggression, Gewalt und Verzweiflung. Wie kommen wir klar damit, dass es Verfolgung gibt – wenn nicht direkt in eigener Erfahrung, so doch im Mit-leiden mit Mitchristen, die verfolgt werden. Es ist doch die eine Kirche, und wenn ein Glied leidet, leiden alle mit. Oder blenden wir das aus?

Fruehaufsteher

Der spannende wie aufregende Herbst `89 liegt nun schon 25 Jahre zurück.

Angesichts damaliger Realitäten ging es für so manche um Ausreise – den bedrückend-einengenden-bevormundenden Verhältnissen entfliehen. Für andere ging es um demokratische Veränderungen in der DDR, für die der Gedanke an Gewalt geradezu absurd erschien. Wer am 9. Oktober 1989 in Leipzig war und die dort aufgefahrene Streitmacht von Kampftruppen, Polizei und Armee gesehen hat, der wusste, welches Ende eine gewaltsame Auseinandersetzung nehmen würde.

predigt2. Kön. 25, 8-12

Ja, liebe Gemeinde,
so überaus nüchtern wird im 2. Buch der Könige von der Zerstörung Jerusalems und des Tempels berichtet. Wann geschah es - wer trug die Verantwortung – was geschah. Die Stadt ist längst erobert; der König ohne Augenlicht und in Ketten. Und was jetzt noch geschieht, geschieht zur Demütigung. Ein Schandfleck soll es sein – nichts prächti­ges mehr; Auch der Tempel fällt darunter: das Edelmetall nach Babylon, die Steine in Trümmer. Wer nicht tot ist, kommt in Gefangenschaft. Ein paar Landarbeiter bleiben zurück.