ausschüsseKirchgemeindeversammlung – am Kirchweihmontag, 7.11.2017, um 19:30 Uhr in der Kirche 
Bericht des Kirchenvorstandes – erstattet durch den Vorsitzenden, Pfr. Weber.
Rückblick auf die KV-Themen im letzten Jahr:

Wir hatten einen personellen Wechsel. Udo Hempel ist aus persönlichen Gründen ausgeschieden und Sophie Petzold wurde nachberufen. Und es ist gar nicht so leicht, in das laufende Geschehen einer KV-Legislatur hinein zu wachsen. Aber wir freuen uns!
Zum KV-Wochenende, das in Herrnhut stattfand, waren auch die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit eingeladen – das hat dem Miteinander gut getan. Und mal so von den Veränderungen in dieser Kirche (die Herrnhuter) zu hören und sich vom „Missionsgedanken“ wieder anstecken zu lassen, war, denke ich, belebend. Unsere monatlichen Sitzungen haben jeweils ein Schwerpunktthema – entsprechend der Ausschüsse geht es um Gemeindeaufbau, Kinder- und Jugendarbeit, Diakonie, Öffentlichkeitsarbeit, Finanzen, Bau, Friedhof;

In dieser Reihenfolge möchte ich besonders erwähnen: 
die Gemeinderüstzeit – in dieser Form für uns „Neuland“ und im Ergebnis eine wunderbare Erfahrung. Das Kirchenkaffee als kommunikatives Geschehen im Zusammenhang mit der Gottesdienstfeier haben wir nicht diskutiert – es funktioniert ja … Ja, es ist nicht jedermanns Geschmack, und doch tut es dem Gemeindeleben gut. Und dass die Feste – z.B. Gemeindefest, Johannestag und dergleichen – gelingen, hat viele Mitdenker und Helfer in der Vorbereitung, bei der Durchführung oder im Hintergrund. Danke!
Die Musik, die auch in unserer Gemeinde eine große Rolle spielt, hat keinen „eigenen Ausschuss“, sondern kommt sozusagen „quer Beet“ vor. Aber das vielfältige Musikgeschehen in unseren Gottesdiensten ist bemerkenswert! Und gerne noch mehr … Namen zu nennen, hat die Gefahr, bei so vielen welche zu vergessen – darum den musices DANKE!
Dass der Dienst unserer Kantorin auch Auerbach-Gornsdorf-Hormersdorf mit umfasst, verschafft uns immer wieder Gastorganisten und ist zugleich eine sachliche wie organisatorische Belastung. Und da haben wir das Glück, dass Jürgen Grunert ganz im Stillen viel organisiert – Danke! Und dass wir gestern die Kurrende so fröhlich erleben konnten, war auch ein Genuss – auch da mal „DANKE – Christiane“ und Spatzenchorteam!

Dass wir in Maria Claus eine begabte wie engagierte Gemeindepädagogin haben, ist ja bekannt. Neben dem wöchentlichen Programm war die Sommerrüstzeit ein Höhepunkt, aber auch die „Lange Nacht“ ist eine prima Idee. Für das Martinsfest möchten wir gerne die anderen Thalheimer Gemeinden noch mehr in der Mitwirkung gewinnen. Mit der Feuerwehr klappt es ausgezeichnet als „Wegbegleitung“. Für die Jugendarbeit hat Simone Lehmann ehrenamtlich die Verantwortung übernommen – DANKE! Und die regionalen „open heaven“-Jugendgottesdienste haben sich in Thalheim gut etabliert. Wir können 400 jungen Leuten Raum bieten und mit unseren räumlichen Möglichkeiten zu Jesus Christus und zu Kirche einladen und vergewissern und schöne Erfahrungen schaffen. 

„Ach, hat der Zopf gut geschmeckt“ - ja, Diakonie tut gut, wie hier zum Erntedankfest. Dass da noch sooo viel mehr sein könnte oder müsste – wie an anderer Stelle auch: es braucht jeweils Personen, die sich engagieren. In diesem Zusammenhang sei die Arbeit mit Asylsuchenden benannt, die nicht als Sache der Kirchgemeinde in Erscheinung tritt, sondern Gemeindeglieder engagieren sich in der städtischen Asylarbeit. Dass unsere Motivation dabei Nächstenliebe ist und darin zugleich Einladung in die Gemeinde und zu christlichem Glauben, das soll erfahren werden. Rezas Taufe möchte ich in diesem Zusammenhang erwähnen. Am Bußtag folgen zwei weitere – und das hängt mit Burkhardtsdorf zusammen.

Unsere öffentlichen Aushängeschilder sind die Internetseite – ein besonderes DANKE an Gerson Anders als Webmaster – sonst funktioniert so etwas auch nicht. 
Und wir haben den Gemeindebrief, zunehmend bunt – sieht ja auch schöner aus.
Über sinnvolle Orientierungsschilder haben wir uns Gedanken gemacht. Insider wissen Bescheid – Gäste fühlen sich oft „verloren“ - das wollen wir verbessern.
Und es gibt unsere Schaukästen in der Stadt. Danke denen, die da treu Werbung machen. Manch große Werbung, sei es mit Banner, Infotafeln, Ausstellung hat uns bewegt und harrt der Umsetzung. 

Wir konnten das Finanzjahr 2015 positiv abschließen und für 2017 einen ausgeglichenen Haushaltsentwurf erarbeiten. Das besser als erwartete Kirchensteueraufkommen in unserer Landeskirche trägt seinen Teil dazu bei. Aber auch Spenden, Kollekten, Kirchgeld sind wichtige finanzielle Standbeine. Natürlich machen wir uns da immer auch Sorgen, weil das Leben der Kirchgemeinde auch diese finanzielle Seite hat. Und zugleich können wir immer wieder dankbar feststellen: viele helfen mit nach ihren Möglichkeiten, dass Kirche hier am Ort lebt und das Evangelium verkündigt wird. Denn Kirche ist ja nicht Selbstzweck, sondern „Leib Christi“ in der Welt, der das Evangelium verkündigt. Deswegen auch Geld …

Auf dem Bausektor steht so manches an, abgeschlossen werden konnte die Sanierung des Kantorats. Der Volleyballplatz war in die Jahre gekommen … der erhebliche Baumbestand macht Mühe – Nutzungen ändern sich und rufen nach veränderten Voraussetzungen … und immer hängt es am Geld. Der Zaun am Pfarrhof muss neu werden – nur der Zaun? Und was darf es kosten? Zur Innenrenovierung unserer Kirche und dem WC-Bau später mehr …

Für den Friedhof schließlich gilt, wie für die anderen Bereiche auch: wir setzen auf die Mitarbeiter und ihr Engagement; und eine Menge geschieht in den Ausschüssen, so dass im KV möglichst „fertige“ Beschlussvorlagen ankommen. 
Die Friedhofsordnung zu wahren und weiter zu entwickeln ist ein schwieriges Ding … Da gibt es auch mal langwierige Diskussionen um der Sache willen …
Wie zu sehen, wollen wir die eine oder andere „historische“ Grabanlage auch erhalten – ist ja auch Teil der Stadtgeschichte. Aus früheren Gruften entstehen vor allem Urnengemeinschaftsanlagen. Naja, das Reh hat uns in diesem Jahr nicht geärgert, sich an Grabblumen ein Gutes zu tun …
Wie sie wissen: die Finanzierung des Friedhofs geschieht ausschließlich über die Gebühren – jede Gebührenerhöhung ist ärgerlich, aber zumeist unabwendbar. Und natürlich ist es auch eine Frage an die Stadt und was sie für den Friedhof investiert. Sie kennen doch die Stadträte – erinnern sie die ruhig an diese uns alle betreffende Aufgabe – auch unabhängig vom WC-Bau jetzt ... 

zum Stand ausgewählter Projekte: 
WC – die Förderung und der Vertrag mit der Stadt sind nun genehmigt – es kann los gehen!
Nun muss freilich das Wetter auch passen ...
Kirche – Wir haben die kirchliche Baugenehmigung und Förderzusage; Wir haben das Einvernehmen mit der Denkmalpflege, wir haben gute 70.000 € „Eigenmittel“. Man kann sicher auch „der Kirche“ als das hiesige Gebäude ein Weihnachtsgeschenk machen …

Ein dickes Danke an Christian Meißner, der das Elektro-Projekt erstellt hat. Die Leuchtenprobe haben wir erlebt. Schon toll, was inzwischen so geht für besseres Sehen. Da möchte ich Erik Lehmann besonders benennen! 
Die Statik ließ etwas auf sich warten, darum ist unter der Orgelempore noch nicht mehr geschehen, aber „der Weg ist frei“ und kann gegangen werden. Unser Plan ist, dass nach Pfingsten 2017 die Maler kommen und Erntedank im frischen Glanz gefeiert werden kann. Im Moment schauen wir noch, wo wir während der „Schließzeit“ unsere Gottesdienste feiern.

Gemeinderüstzeit – mit der guten Erfahrung im Rücken planen wir die nächste für September 2018, dann in Kohren-Sahlis – so jedenfalls der Stand heute, Änderungen vorbehalten ...
Reformationsjubiläum – die Filmnacht am 1. Februar, Essen bei Luther, ein Konzert, ein Themenvortrag zu „Luther und die Juden“ stehen bei uns speziell im Plan. Eine Ausstellung steht schon und lädt ein …
Lassen sie sich bewegen und einladen zum Kirchentag auf dem Weg in Leipzig am 27. Mai oder auch zum großen Fest in Wittenberg am 28. Mai;
Und in diesem Zusammenhang: Zum internationalen Thalheimtreffen 2017 werden wir am 18. Juni einen ökumenischen Gottesdienst feiern – Reformation und Europa – das ist ja auch ein Thema ...

Asyl: In diesem Zusammenhang gibt es gelegentlich Taufanfragen. Das ist jeweils eine Einzelentscheidung und wird ernsthaft erwogen. Aber: wir wollen doch, dass Menschen Jesus Christus als ihren HERRN annehmen. Nicht leichtfertig, aber doch offen stelle ich mich den Anfragen. An die große Glocke hängen wir das nicht ...

Regionalisierung

Gemeindegliederzahlen sinken – auch in Thalheim. Es gibt mehr Heimgegangene als Getaufte. Formal redet man vom demographischen Wandel. Und ja – wenn heute die jungen Leute fehlen, mangelt es noch länger an Nachwuchs …
Das hat in den letzten 20 Jahren zu zwei Umstrukturierungen in der Landeskirche geführt, eine dritte ist im Anflug. Da wird es im Kirchenbezirk dreieinhalb weniger Pfarrstellen geben und entsprechend weniger Kirchenmusiker und Gemeindepädagoginnen.
Zugleich erleben wir Pfarrvakanzen – Burkhardtsdorf, Gelenau seit gut einem Jahr; Jahnsdorf seit letzter Woche.
Die Kirchenleitung hat am 17.Oktober Grundsätze beschlossen – das Arbeitsergebnis einer Arbeitsgruppe – man wünscht als anstellungsfähige Kirchgemeinde (=Rechtsträger) 
ca. 5000 Gemeindeglieder; Schwesterkirchgemeinden solle es nicht mehr geben.

Im Kirchenbezirk geht seit längerem der Gedanke der „Regionalisierung“ um – benachbarte Gemeinden sollten sich finden für ein engeres Miteinander. Das bekommt jetzt den Anschein eines Fusionsprojektes (ein „böses“ Wort von mir) – was wir nicht wollen. Und nicht nur die 7 Gemeinden im Zwönitztal (Burkhardtsdorf mit Meinersdorf und Eibenberg-Kemtau plus Auerbach-Gornsdorf-Hormersdorf  und Thalheim). Vertreter der Gemeinden haben sich getroffen, die Kirchenvorstände haben beraten. Wir verstehen den gemeinsamen Weg – wollen ihn aber „in Selbständigkeit“ gehen, das heißt als 7 Schwestern. Das trifft insgesamt auf den Kirchenbezirk zu. Von da ging die Bitte an die Landessynode, das Gesetz entsprechend zu ändern (jetzt darf es maximal 4 Schwestern geben). Uns aber liegt an der Eigenverantwortung. 
Die Nachbarn brauchen uns – wir brauchen die Nachbarn. Wir stecken da jedenfalls den Kopf nicht in den Sand, sondern stellen uns den Fragen und wollen „gestalten“ für ein lebendiges und einladendes Gemeindeleben.

Ich danke für ihre Aufmerksamkeit.
Christoph Weber
Pfarrer / Vors. des KV